Sequoiafarm Kaldenkirchen
Sequoiafarm Kaldenkirchen

Wie es zu dem Namen Sequoia kam

(Nederlands: ► Sequoiah)

 

In der National Statuary Hall Collection im Kapitol zu Washington stellt jeder US-Staat seine beiden bedeutendsten Bürger aus. Eine der beiden Statuen des Staates Oklahoma stellt einen Indianer dar, der in seiner Linken eine Tafel mit fremdartigen Schriftzeichen hält. Der Sockel trägt die Inschrift SEQUOYAH.

 

Dazu schrieb mein Vater Ernst J. Martin 1957*):

 

„Sequoyah war jedoch kein Vollblutindianer. Seine Mutter gehörte zwar dem Stamme der Cherokee an; aber sein Vater, der das Indianermädchen verließ, als sie ein Kind von ihm erwartete, war ein ausgewanderter Deutscher mit Namen Georg Gist. Man schrieb damals das Jahr 1770. Der junge Sequoyah, der durch einen Jagdunfall körperlich behindert war, wurde Silberschmied. Von Kind auf ein Grübler, ersann er einen Stempel, mit dem er seine später begehrt und kostbar gewordenen ornamentalen Silberarbeiten durch Einhämmern signierte. Den Namenszug dafür hatte er sich von einem Händler aufschreiben lassen. Von außergewöhnlich hoher Intelligenz erkannte er früh, dass die Verelendung seines Stammes nach dem Eindringen des weißen Mannes in erster Linie auf den Zivilisationsunterschied zurückzuführen war, vor allem auf das Unvermögen der Indianer, lesen und schreiben zu können. In zwölfjähriger Arbeit gelang es ihm, eine Laut-Silben-Schrift mit nur 85 Charakteren zu entwickeln, die der gutturalen Sprache seines Stammes angepasst waren.

Der Indianer Se-quo-yah mit den 85 Charakteren der von ihm entwickelten Laut-Silben-Schrift der Cherokee Sprache.

Sequoyah muss auch ein begeisternder Lehrer gewesen sein; denn innerhalb weniger Jahre lernten fast alle Stammesangehörigen die Beherrschung dieser Schrift. Den Höhepunkt seines Erfolges erlebte Sequoyah, als am 28. Februar 1828 die erste Nummer einer Indianerzeitung, des „Cherokee Phoenix" mit seinen nun gedruckten Lettern erschien. Doch bereits im folgenden Jahr wurde sein Lebenswerk wieder vernichtet, als, durch Goldfunde angelockt, ein Strom abenteuerlicher Elemente das Land überflutete. Mit rücksichtsloser Gewalt trieben sie die Cherokees aus ihren Siedlungen nach Westen bis über den Mississippi, wo der Stamm von den ihre Jagdgründe verteidigenden Osages fast völlig aufgerieben wurde. Einsam wanderte der nun über Achtzigjährige der sinkenden Sonne nach auf der Suche nach der mythischen Urheimat seines Stammes. Er starb auf dem Marsch durch die tödliche Weite der Coloradowüste, und es war ein Zufall, dass der Tote gefunden wurde.

 

Der österreichische Botaniker Endlicher gehörte noch der – heute anscheinend ausgestorbenen – Kategorie der Universalisten an. Ursprünglich Theologe, war er neben seiner leidenschaftlich betriebenen Botanik auch Sprachwissenschaftler. In dieser Eigenschaft hatte er Kenntnis von der einzigartigen Kulturleistung des Indianers Sequoyah gewonnen, in deren Würdigung er dem neu entdeckten kalifornischen Riesenbaum den Gattungsnamen Sequoia gab.

 

Endlicher konnte nicht ahnen, dass diese Bezeichnung zu einem grotesken Gelehrtenstreit führen sollte. Nach seinem allzufrühen Tod – er starb mit 45 Jahren – suchte die botanisch-philologische Welt, die von dem Indianergelehrten nichts wusste, nach einer Auslegung dieses eigenartigen Namens und deutete ihn mit streitbarem Pathos aus dem Lateinischen, Griechischen und aus der klassischen Mythologie."

 

Weitere interessante Details findet man im Artikel ►Sequoyah in der Internetenzyklopädie Wikipedia.

 

*) U.a. veröffentlicht in: „Die Sequoien und ihre Anzucht“ im Jahrbuch 1957/58 der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft

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